"Hornissenumzug" mit zwei Opas

Mutige Helferin berichtet über Hornissenumsiedlung in Bruchhausen

von Svea Eske Mönnikes


Mein Name ist Svea Eske Mönnikes, ich bin 13 Jahre alt und wohne im Ammerland. Die letzte Ferienwoche verbrachte ich bei meinen Großeltern in Brakel. Theo Elberich (78) fragte eines Abends  an, ob Opa ihm beim Umsiedeln eines Hornissennestes in Bruchhausen helfen könne.  Mein Opa, Detlef Paul (70), zögerte nicht lange und weil mich diese Insekten besonders interessierten, hoffte ich auf ein spannendes Ferienerlebnis.


Am nächsten Tag ging es gleich nach dem Frühstück los. Theo war schon an Ort und Stelle. Er hatte alle notwendigen Dinge auf den NABU-Anhänger verladen. Wir sahen uns zuerst das Nest in einem leeren Kaninchenstall von Nahem an und auch die Hornissen schienen uns friedlich zu beobachten. Dann ging es zur Sache! Wir stiegen in die Schutzanzüge  und sahen aus wie Marsmenschen. Meine Aufgabe war es, die ganze Aktion im Bild festzuhalten. Theo schnitt das Nest mit einem langen Messer ab und setzte es behutsam in eine vorbereitete Transportkiste. Opa befestigte den Behälter mit dem Nest wieder am Kaninchenstall. Wir hofften, dass möglichst viele Hornissen in das Nest zurückkehrten.


Diese waren in der Zwischenzeit gar nicht mehr so friedlich! Sie setzten sich auf meine Kamera und auf den Auslöser, sie bissen und stachen in den Schutzanzug und klebten auf meinen Handschuhen. Nachdem wir eine Stunde gewartet hatten und die meisten Tiere zurückgekehrt waren, schlossen wir die Transportbox und dichteten sie ab (Ausgebrochene Hornissen sind während der Autofahrt nicht gerade das Angenehmste!).


Es kamen aber immer noch Tiere zu ihrem alten Nistplatz zurück. Ich durfte sie mit Hilfe eines umgebauten Staubsaugers in einen anderen Behälter aufsaugen. Schließlich waren alle Heimkehrer „eingesammelt“. Unsere Aktion verlief absolut stichfrei. Die Geräte brachten wir in den Anhänger, die Hornissen durften auf dem Beifahrersitz „platznehmen“. Ihr neuer Lebensraum wurde eine Obstwiese in Blomberg (Lippe). 


Durch die Hornissen bin ich in dieser letzten Ferienwoche noch zu  einem spannenden Abenteuer gekommen.

 

Kommentar von Theo:

So ein  mutiges und interessiertes Mädchen könnte ich hier im Kreis Höxter sehr gut zum Hornissenschutz und zur Umsiedlung gebrauchen. 


Hornissensaison 2013 neigt sich dem Ende zu

Nest im Ovenhausen gemeinsam mit Feuerwehr umgesiedelt

Die Hornissensaison neigt sich dem Ende zu. Wie jedes Jahr tätigte der NABU Höxter in Person von Theo Elberich einige Einsätze für den Hornissenschutz durch Nestumsiedlungen. Am 14.09.13 wurde in Ovenhausen gemeinsam mit der örtlichen Feuerwehr ein weiteres Nest umgesiedelt - vermutlich das letzte in diesem Jahr.

 

Das Nest befand sich in einer Fest-Scheue innen unter dem Dach in ca. 5m Höhe. Da abends eine Veranstaltung in der Scheune stattfinden sollte, war es nötig das relativ große Nest umzusiedeln. 

 

Folgende Maßnahmen wurden durchgeführt (Quelle: www.feuerwehr-hoexter.de/einsaetze)

 

Maßnahmen:
  • Unterstützung durch einen Experten von des NABU Höxter
  • Zweiteilige Steckleiter außen und innen in Stellung gebracht
  • Nest mit einem Messer komplett abgelöst und in einen Nestkasten gesetzt, mit dem die Hornissen umgesiedelt werden
  • Restliche Hornissen mit einer Staubsaugervorrichtung abgesaugt in einen anderen Kasten
  • Hornissen zusammengeführt und im Wald ausgesetzt

 

Ein herzlicher Dank gilt den beteiligten Mitgliedern des Löschzugs Ovenhausen, der mit Leitern und Tatkraft die Umsiedlung unterstützte. Leider werden auch heute noch Hornissennester zerstört, obwohl es sich um eine geschütze Art nach dem Bundesnaturschutzgesetz handelt. 

 

Die Feuerwehr Höxter ist allerdings gut informiert und klärt auf Ihrer Seite direkt die Bevölkerung zum rechtlichen und naturschutzfachlichen Hintergrund der Umsiedlung von Hornissen auf. 

 

Vielen Dank an Thomas Kube für die Bereitstellung der Fotos!

 

www.feuerwehr-hoexter.de

 

Bilder der Umsiedlungsaktion in Ovenhausen / Fotos: T. Kube


Hornissensaison 2013

Erste Umsiedlung durchgeführt

Mit dem Sommer kommt auch wieder die Zeit der Hornissen. Manchmal suchen sich diese Nützlinge für den Menschen unpassende Plätze für den Nestbau. Einen recht ungewöhnlichen Platz hatte sich eine Königin am Freizeitsee Höxter ausgesucht: Der Nestanfang befand sich in der Kajüte eines Segelbootes und wurde nun umgesiedelt. Es war der erste Notruf, welcher in unsere Hornissenberatungsstelle bei Theo Elberich in dieser Saison einging. Da die Königin bisher jedoch noch alleine und der Nestanfang erst sehr klein war, konnte die Umsiedlung am 17. Juni sehr unkompliziert durchgeführt werden. 

 

Wenn Sie auch ein Hornissennest an einer ungünstigen Stelle am Haus feststellen, melden Sie sich doch einfach bei unserer Hornissenberatungsstelle! Wir beraten und siedeln ggf. das Nest um - wobei die Lösung des Problems durch eine Umleitung/Abschirmung der Insekten o.Ä. vorrangig ist. Jede Umsiedlung muss nämlich genehmigt werden, da es sich um eine streng geschützte Tierart handelt!

 

Viele weitere Informationen finden Sie auf unseren Hornissenseiten


Hornissensaison 2012

Wie jedes Jahr erreichen unsere Hornissenberatungsstelle aktuell wieder Anrufe von besorgten Mitbürgen, die ein Hornissen- oder Wespennest am Haus haben. Nach telefonischer Beratung, folgt eventuell die Begutachtung vor Ort und nötigenfalls auch eine Umsiedlung des Nestes. Solch eine Umsiedlung führen wir kostenlos durch, da sie jedoch für das (übrigens gesetzlich geschützte) Hornissenvolk enormen Stress bedeutet wird zunächst die Möglichkeit einer Absicherung des Nestes und somit der Verbleib am Standort geprüft.

 

Unsere Hornissenwanderausstellung ist auch wieder auf Tour, aktuell war sie z.B. auf dem Feuerwehrtag in Lemgo. Haben Sie Interesse an der Ausstellung? Infos hier!

 

Weiter zu unseren anderen Hornissenseiten mit mehr Informationen zur Umsiedlung und Beratung!

 

 

Hornissenwanderausstellung bei der Feuerwehr in Lemgo / Foto: Th. Elberich
Hornissenwanderausstellung bei der Feuerwehr in Lemgo / Foto: Th. Elberich