Kastenkontrolle 2014

Noch kein Bezug durch Mauersegler festgestellt

Anders als in unserem Wasseramselprojekt sieht bei den Mauerseglerkästen am Gebäude der Schulen der Brede aus. Es wurde noch keiner der Kästen besiedelt. Lediglich ein paar Sperlinge haben wohl dort ab und an übernachtet, jedoch aufgrund der Höhe der Kästen keine Nester gebaut, da der Anflug zu aufwändig wäre. Da Mauersegler aber eine gewisse Zeit brauchen um neue Nistplätze zu finden und zu besiedelt, besteht weiterhin die Hoffnung auf Bewohner. Außerdem könnte die "Nicht-Besiedlung" ein gutes Zeichen sein, dass es im restlichen Teil der Stadt noch genügend Nistplätze gibt, sodass die eleganten Flieger noch nicht auf der Suche nach neuen Plätzen sind.

Noch nicht bezogen, nur als Schlafplatz genutzt / Foto: D. Singer
Noch nicht bezogen, nur als Schlafplatz genutzt / Foto: D. Singer

Neue Mauersegler-Großwohnsiedlung in Brakel

27 Nistkästen für Flugkünstler montiert

Hausmeister Dreier in Aktion für den Naturschutz, beraten durch Initiator David Singer / Foto: K. Hasenbein (Schulen der Brede)
Hausmeister Dreier in Aktion für den Naturschutz, beraten durch Initiator David Singer / Foto: K. Hasenbein (Schulen der Brede)

27 potentielle Nistplätze werden seit April 2012 der wohl schnittigsten heimischen Vogelart, dem Mauersegler, am Gebäude der Schulen der Brede in Brakel angeboten. Die Nistkästen stammen aus dem Vorrat des NABU Höxter, welcher in diesem Jahr 100 solcher Nisthilfen, gefördert durch den Kreis Höxter, baute um den Bestand des Mauerseglers im Kreis Höxter zu unterstützen.

 

Noch knapp vor Rückankunft der Mauersegler aus ihrem Winterquartier in Afrika , konnten durch die freundliche Genehmigung des Schulleiters Dr. Molitor und den großen Einsatz von Hausmeister Dreier die Nistquartiere pünktlich Ende April bequem vom Fenster aus in der luftigen Höhe der obersten Etage  montiert werden. Hier konnte ein optimaler Standort gefunden werden,  vor Witterungseinflüssen durch die Himmelsrichtung geschützt, aber dennoch optimal für die im Stadtgebiet Brakels bereits lebenden Mauersegler erreichbar.

 

Flugkünstler mit hochspezialisierter Lebensweise

 

  Mauersegler und andere Gebäudebrüter, die sich als „Kulturfolger“ an die Lebensweise in Dorf und Stadt angepasst haben, bekommen in heutiger Zeit immer häufiger Probleme beim Finden eines Brutplatzes, denn durch die für den Klimaschutz äußerst sinnvolle „energetische Sanierung“ vieler Gebäude durch nachträgliche Dämmung, gehen leider auch viele angestammte Brutplätze von Spatz und Co. im Dachbereich verloren.

 

Mithilfe einer Zeitschaltuhr werden die Rufe der Mauersegler gezielt abgespielt, um die Vögel anzulocken / Foto: K. Hasenbein (Schulen der Brede)
Mithilfe einer Zeitschaltuhr werden die Rufe der Mauersegler gezielt abgespielt, um die Vögel anzulocken / Foto: K. Hasenbein (Schulen der Brede)

Der Mauersegler stellt anders als der Spatz gehobene Ansprüche an seinen Brutplatz, denn er ist auf das Leben in der Luft spezialisiert, nur am Brutplatz landet er. Sein weiteres Leben verbringt er in der Luft, für die Nacht steigt er sogar über die Wolken auf und segelt dann im Halbschlaf langsam wieder nach unten. Nahrung und auch Nestmaterial sammelt er in der Luft, sein Nest besteht daher nur aus wenigen, leichten Grashalmen und Federn, welche er in der Luft fliegend einsammeln kann. Seine Beine sind besonders kurz, sodass er, einmal auf dem Boden gelandet, von alleine kaum losfliegen kann. Deshalb benötigt er hochgelegene Brutplätze, häufig an der Dachkante, um sich beim Start kurz fallen zu lassen um dann mit enormer Geschwindigkeit mit seinem typischen, schreienden Ruf in Trupps über die Dächer der Stadt zu jagen.

 

Hohe Gebäude, wie das Schulgebäude der Brede, sind daher gut geeignet für die Ansiedlung einer großen Mauerseglerkolonie, denn die Vögel leben gerne hoch und eng beisammen. Eine Besiedlung im ersten Jahr ist jedoch unwahrscheinlich, da die Flugkünstler sehr standorttreu sind und Jungvögel bereits im Vorjahr einen Brutplatz für das nächste Jahr auswählen. Durch die Installation einer zeitschaltuhrgesteuerten Lautsprecherklangattrappe werden die Tiere jedoch schneller auf die Nistkästen aufmerksam, sodass eine Besiedlung bereits im nächsten Jahr wahrscheinlicher wird.

 

Angst vor Verschmutzung der Fassade braucht übrigens niemand zu haben, denn die Mauersegler sind im Gegensatz zu Spatzen besonders saubere Untermieter, welche ihren Brutplatz nicht durch Kotspuren verraten.

  

Der NABU Höxter ist auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten Nistkästen für den Mauersegler an Gebäuden in den Städten des Kreises Höxter zu montieren, bei Interesse melden Sie sich doch ganz unverbindlich bei unserer Geschäftsstelle!